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Gerd Wolzen: der waschechte Ostfriese

Aus Ostfriesland zu den schnellen Jungs und Mädels vom Raceteam.

Gerd Wolzen ist 29 Jahre und als waschechter Ostfriese auf einem Bauernhof an einem Deich in Leer aufgewachsen. Als Neunjähriger begann er beim SV Holtland mit klassichen Block-Wettkämpfen. Hochsprung war nicht wirklich seine Stärke. Ab 14 Jahren lief er lieber regelmäßig fünf Mal die Woche auf dem Deich statt sich auf dem Fussballplatz rundenlaufend zu blamieren. Nach vier Jahren intensivem Lauftraining vornehmlich für die Bahn (1.500 m/3.000 m) hörte Gerd mit 17 abrupt auf.

„Irgendwie fand ich das immer total anstrengend, auf der Bahn. Und ich hatte ein  Abonnement auf den ungeliebten 4. Platz – trotz respektabler 4:14 min. auf 1.500 m Jugend B). Der Spass blieb auf der Strecke.“Mit 21 fand Gerd ĂĽber den legendären „Ossiloop“ zum Laufen zurĂĽck: „Ich liebe diese Laufveranstaltung und halte es fĂĽr die tollste Laufveranstaltung auf der ganzen Welt.“

Aufs Ziel zu heiĂźt es „beiĂźen“

Während des Wehrdienstes wieder recht fit geworden konnte er beim Ossiloop 2004 seine bis heute aufregendsten Ergebnisse erzielen. Bei sechs Wettkämpfen in drei Wochen mit drei Etappensiegen und einem Durchschnittstempo von 3:25 min./km auf den rund 70 km von Leer zum Meer. Dabei war die erste Etappe sein erster 10er unter 34 min. (wenn auch inoffiziell). Im Ziel der letzten Etappe fehlten nur 16 Sekunden zum Gesamtsieg!

2007 kam Gerd durch das Studium der Humanmedizin nach Hannover. Direkt konfrontiert mit den Auswirkungen eines zwischenzeitlich ungesunden Lebensstil begann Gerd wieder etwas zu trainieren, war mehrmals pro Woche unterwegs. Glücklicherweise traf er im Januar 2010 Arne Westphal und Eike Steinmann beim Tempotraining. „Mensch, das sieht schön aus, wie die so um den Maschsee flitzen“, war Gerd beeindruckt. „So schnell will ich auch endlich mal wieder laufen können.“ Er gesellte sich dazu und wurde „nach und nach richtig nett von den beiden in die Läuferszene Hannovers integriert.“ Seit 2010 trainiert er jetzt regelmäßig, in vielen Monaten auch täglich mit Arne. Hin und wieder gesellen sich auch Eike und René Jäger, um nur einige von den Läufer-Cracks Hannovers aufzuzählen, zu immer wieder richtig tollen Trainings-Fights dazu.

Robin nach links, Gerd nach rechts

Tausend Mal gehört … aber letztlich hat Gerd festgestellt, dass der Spass am Laufen und vor allem nie nie wieder allein trainieren das wichtigste am Laufen sind. Ehrgeizig ist man ja auf der Suche nach neuen Bestzeiten ohnehin. Die kam 2010 über 5.000 m um so überraschender einfach so mit 15:37 min. bei den DMM in Hannover, nur 12 Stunden nach der letzten Ossiloop-Etappe, bei der er den 3. Platz erringen konnte. Im Dezmber 2012 drückte er die Zeit auf 15:13 min.

2011 blieb er mit 32:52 min. erstmals unter Schallmauer 33 min. auf 10 km. Dass er jetzt so 80 kg wiege und damit eigentlich kein flotter Läufer bin, ist für ihn inzwischen kein Hindernis mehr, Leistungssport zu betreiben. „Mein großes Ziel ist es, auch mit 65 Jahren im Laufzirkus noch wetteifernde Zeiten leisten zu können und aktuell hier und da endlich mal wieder Arne und Rene zu schlagen.“

 

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