Navigation  


Thema Zeckenzeit

„Schon ab sieben Grad sind sie in Stechlaune“, werden wir jedes Jahr frĂĽhzeitig gewarnt.

Jahrelang ging es im März los mit dem Thema Zecken.  „Schon ab sieben Grad“ „lauern“ sie Läuferinnen und Läufern in Wiesen und an Wandrändern auf. In diesem Jahr entwarnen die Gesundheitsämter von Stadt und Region Hannover. „Zecken starten bei milden Temperaturen“ schrieb die „Neue Presse“ am 6. März, entwarnte aber am 22. April 2018: Region Hannover kein Risikogebiet.

Grundsätzlich ist von März bis Oktober Zeckenzeit, Hundebesitzer kennen das. Zecken werden ab sechs Grad munter und sind besonders morgen und am frühen Nachmittag aktiv. Sie sitzen im feuchten Laub, im Unterholz, auf bodennahen Pflanzen und im hohen Gras. Im Vorbeigehen können sie abgestreift und so auf unsere Haut gelangen .

Zweifellos sind – bundesweit gesehen – die Zecken auf dem Vormarsch. Sie können Borreliose oder Meningoenzephalitis übertragen. Das heißt aber nicht, dass jede Zecke Erreger überträgt und dass jeder Biss mich infiziert. Zudem können online oder als print veröffentlichte Karten nicht jede Wiese und jeden Wald erfassen.

Die Gesundheitsämter entwarnen, empfehlen aber: „Impfung ratsam fĂĽr Menschen, die viel drauĂźen sind.“ Knapp zusammengefasst: www.neuepresse.de/Mehr/Gesundheit/Fit-Gesund/Mit-milden-Temperaturen-startet-die-Zeckensaison

In Langfassung:  In Niedersachsen werden jährlich 5.000 Menschen mit Borreliose infiziert. Nach etwa jeder zehnten Infektion treten Symtome auf. Nach Tagen bis Wochen sind das Grippesymptome und innerhalb der ersten zehn Wochen Hautrötungen, die kreisförmig und mindetens vier cm groß sind und oft als Wanderröte auftreten. Hier helfen Antibiotika noch gut. Ohne Behandlung kommen vielfältige Symptome wie Herzbeschwerden oder Schwindel hinzu. Nach Monaten oder Jahren können beispielsweise Gelenkschäden als Spätfolge auftreten. Einen Impfstoff gegen den Erreger gibt es nicht.

Dramatischer verläuft die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Es kann dabei zu Hirnhaut- und Rückenmarksentzündungen mit schweren Folgen kommen. FSME-Infektionen enden zu etwa einem Prozent tödlich. Immerhin ist es möglich, sich gegen FSME zu impfen, bevor man in Gegenden mit starkem Zeckenbefall reist.

Obacht ist aber auch zuhause geboten. „Ob im Stadtforst Mecklenheide, in der Eilenriede oder im Georgengarten – ĂĽberall können die Krabbeltiere dem Menschen gefährlich werden“, warnte jĂĽngst die HAZ. Inzwischen sind auch in der Region Hannover etliche Menschen infiziert – vier Fälle von FSME wurden seit 2008 gemeldet.

So beugen Sie vor: Lauft möglichst auf festen Wegen und nicht querbeet durch Wald und Wiesen. Lange Hosen sind zum Laufen in den Sommermonaten leider zu warm. Deshalb sollten Sie nach dem Laufen gründlich nach Zecken suchen, besonders an dünnen, warmen Hautstellen wie Kopf, Hals, unter den Armen, in den Kniekehlen und zwischen den Beinen. Schüttelt eventuelle Zecken von der Bekleidung ab. Wer mit seinem Hund joggt, sollte auch den Hund auf Zecken absuchen.

Und wenn man eine Zecke gefunden hat? Nicht abreißen, nicht quetschen, nicht mit „Hausmitteln“ wie Öl behandeln. Experten raten, mit einer Pinzette, Zange oder Karte (in Apotheken zu bekommen) die Zecke nahe der Haut packen, mit kleinen Bewegungen lösen und dann gerade herausziehen.

Wenn man befürchtet, infiziert zu sein, sollte man zum Hausarzt gehen und auch die entfernte Zecke mitbringen. Es kann untersucht werden, ob sie infiziert ist. Menschen können acht Wochen nach dem Stich untersucht werden, ob sie Antikörper gebildet haben.

Übrigens: Bei Zeckenbissen während der Arbeitszeit sollten die Bisse mit Foto und Datum festgehalten und von einer zweiten Person bezeugt werden – falls gesundheitlichen Folgen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit auftreten.

Wer mehr wissen will, frage seinen Arzt oder Apotheker oder lese mehr unter

www.zecken.de, www.borreliose-zentrum-hannover.de/zecken.html, der Selbsthilfeseite von Ernst Fischer: www.zeckenbiss-borreliose.com oder www.borreliose-infektionskrankheiten.de/. Die TiHo Hannover informiert unter www.tiho-hannover.de/kliniken-institute/institute/institut-fuer-parasitologie/diagnostik/borrelienuntersuchung/ ĂĽber ihre Untersuchungsangebote. Unter www.hannover.de/data/download/RH/Ges_Soz/Flyer_Zecke.pdf informiert ein Flyer ganz anschaulich, wie man beispielsweise Zecken richtig entfernt.