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Vom Manndecker zum Doppeldecker

„Was soll man erzählen? Ist ja schon so lange her (1993)“, sagt Arne Schiereck. „Die Idee zu einem längeren Triathlon …

„Was soll man erzählen? Ist ja schon so lange her (1993)“, sagt Arne Schiereck. „Die Idee zu einem längeren Triathlon als der Ironman hatte ich schon länger, ich hatte mich nur nie getraut.“ Nachdem Arne 1992 das zweite Mal auf Hawaii gestartet war und 1993 sich so langsam das Ende seines Maschinenbaustudiums abzeichnete, hatte er sich 1993 zum „Double Dutch“ in Lelystad in den Niederlanden angemeldet.

Arne Schiereck ist in Burgdorf geboren und in Hänigsen aufgewachsen. In Burgdorf beim TSV hatte er u.a. mit Christopher Nordmeyer (damals Grah) Handball gespielt. 1986 zog er sich einen Kreuzbandriss zu und ist seitdem nur noch im Triathlon unterwegs. Der Abteilungsleiter beim TÜV NORD ist verheiratet, ohne Kinder, hat keine weiteren Hobbies außer Gartenpflege und so weit wie es geht das Leben genießen. Und den Sport.

Arnes Aha-Erlebnis im Triathlon waren die 1. Europameisterschaften 1985 in Almere (Niederlande). „10 Stunden bei Wind und Sauwetter durch die Gegend. Toll. Das wollte ich auch machen“, erzählt Arne. Er ist 1991 zusammen mit Bernd Markgraf selbst einmal in Almere gestartet.

Zwei Jahre später folgte der Doppeldecker: “Der Wettkampf in Lelystadt war ein nachhaltiges Erlebnis“, erinnert sich der heute 49-Jährige. Sechs Betreuer waren damals dabei, unter anderem Claus Adolf und Marco Dörge, zwei Kollegen wie Arne aus Dets Verkaufsteam. Als Zweiter stieg Arne nach 2:03 Stunden aus dem Wasser, als Erster nach 11:18 Stunden vom Rad. „Ich erinnere mich noch an die Polizeieskorte von der Rennrunde zurück zur Wechselzone. Einen freigesperrten Kreisel, über den man hinweg fahren kann, hatte ich seitdem nie wieder für mich allein“, berichtet Arne. Er hatte auf der Radstecke den Streckenrekord aufgestellt, deshalb war nachts um halb zwei noch niemand mit der zweiten Wechselzone fertig.

“Naja, das Laufen. Noch nie wirklich mein Ding. 9:58 Stunden für zwei Marathons ist sind eine sehr lange Zeit“, blickt Arne zurück. Es war eine Wendepunktstrecke mit diversen Runden. Nach 35 km hat ihn der spätere Sieger Mik Borsten überholt. Beim Dritten, der ihm näher kam, hatte er eine Art Déja Vu. „Von Guy Rossi hatte ich mehrere Jahre eine kleine Zeitungsmeldung am Schreibtisch hängen. Da hatte ein Franzose allein erstmalig einen fünffachen Triathlon absolviert. Das fand ich so abgefahren, dass ich diese Meldung über Jahre aufgehoben hatte. Und dieser Guy Rossi kam nun immer näher, um mir meinen zweiten Platz streitig zu machen!“

DoubleDutch

Das Ende vom Lied: Arne Schiereck blieb Zweiter und hatte ohne es zu wissen nach 23:38 Stunden den Deutschen Rekord um 3 Minuten verpasst. So war das damals.

Arne Schiereck bis heute noch aktiv, derzeit für den TSV Anderten, „aber an meine 9:03 Stunden auf der Langdistanz komme ich natürlich nicht heran.“ Arne ist in diesem Jahr zum 14. Mal seit 1990 in Roth gemeldet und hofft insgeheim auf eine Zeit unter 11 Stunden.

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Er wohnt in Bissendorf in der schönen Wedemark. Da liegt es nahe, dass er sich um die Rennradaktivitäten rund um den Brelinger Berg kümmert. Dazu gehört auch ein 24-Stunden-Rennen, das in diesem Jahr am 18./19. Juni stattfindet.

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Letztes Jahr hat Arne Schiereck sich noch einen Traum erfĂĽllt. Allein mit dem Rad, Kocher und Zelt war er vier Wochen lang durch Tasmanien und von Melbourne bis Sydney unterwegs.

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Zum Double Dutch: http://www.triathlonweb.nl/dutch/dd93.htm

Brelinger Berg: www.24h-brelinger-berg.de

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